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Editorial der Chefredaktion:
Dr.med.Jochen Kubitschek, Chefredakteur des Info-Netzwerk Medizin 2000,
erläutert in einem Editorial, wie er die Situation beurteilt.
erläutert in einem Editorial, wie er die Situation beurteilt.
Stand 4.3.2026
EDITORIAL
Alkohol-Konsum: ein vielschichtiges,
extrem kontrovers diskutiertes Problem
Die bekannteste Erkenntnis des
Schweizer Arztes und Philosophen
Paracelsus (Philippus
Aureolus Theophrastus Bombast von
Hohenheim, 1493–1541 )
lautet
"Alle Dinge
sind Gift und nichts
ist ohne Gift; allein die Dosis
machts, dass ein Ding kein Gift
sei" trifft auch auf den Trinkalkohol (Ethanol)
zu - ein seit tausenden von
Jahren bekanntes Genussmittel, das durch die
Vergärung von Zucker
entsteht - was wohl die älteste
bekannte biochemische Reaktion
darstellt.
Die
überwältigende Mehrheit der Ärzte zählt
Trinkalkohol zu den
"Lebergiften"
( „obligatorische hepatotoxische
Stoffe“). Was viele
Ärzte aber nicht daran hindert,
selbst Alkohol zu trinken - und
dies gelegentlich in
möglicherweise unbekömmlichen Mengen.
In diesem Zusammenhang fällt einem
die Spruchweisheit "Wasser predigen und
Wein trinken" ein.
Das
führte zu dem Scherz, der die
entscheidende Frage
"Wer ist eigentlich Alkoholiker"
gerne so beantwortet "Eine Person
ist dann Alkoholiker, wenn er mehr
trinkt als sein Arzt!"
Doch "Mehrheit" ist, wie die
Medizingeschichte oft gezeigt hat, keineswegs
automatisch mit dem Begriff "Wahrheit"
gleichzusetzen.
Alkohol schädigt - im " Übermaß"
genossen - oder aufgrund genetischer
Veranlagungen bzw. prägender sozialen
Rahmenbedingungen - unter anderem
nicht nur die den Alkohol
abbauenden Leberzellen, sondern
behindert dem Vernehmen nach angeblich auch die Bildung der den
Sauerstoff transportierenden roten
Blutkörperchen (Erythrozyten).
Wenn das so ist, dann beeinflusst Alkohol über eine
erschwerte
Sauerstoffversorgung, die
gesundheit der Gehirnzellen negativ.
Das exakte Maß der aktuellen Schädigung
von körpereigenen Zellen lässt
sich bei lebenden Menschen
prinzipiell nur grob erahnen - und
immer spielen die persönlichen
Einstellungen des jeweiligen
"Wissenschaftlers" eine
entscheidende Rolle bei den
Schlussfolgerungen, die dieser aus
den Aussagen von
Studienteilnehmern zieht. Sobald
diese Worte seine Vorurteile
bestätigen, dann wird er die
Aussagen vertrauensvoll glauben.
Ist dies nicht
der Fall, wird er dazu neigen eher
zu betonen, wie
schwach entwickelt das menschliche
Gedächtnis und somit auch
die Verlässlichkeit der Aussagen
von Studienteilnehmern ist.
Und selbst Autopsien liefern
nicht immer eindeutige Beweise
für tatsächliche Alkoholschäden - da auch
Krankheiten wie die
unterschiedlichen Formen und
Störungen des Immunsystems ,
bzw. einer
chronischen viralen Hepatitis zu
ähnlichen Zellschäden führen
können.
Und es kommt hinzu,
dass in den meisten Ländern
nur in Ermangelung der
erforderlichen Ressourcen nur wenige Autopsien
durchgeführt werden - in
wohlhabenden Industriestaaten
sind es angeblich nur 10% der
wünschenswerten 100% .
Und gut ausgebildete, in der
feingeweblichen Diagnostik erfahrene Pathologen
sind überall Mangelware und
dies erschwert eine sinnvolle Zuordnung
der Befunde.
Menschenversuche sind weltweit verboten.
Und die
Ergebnisse von ersatzweise
durchgeführten Tierversuchen sind
bekanntlich meist nicht auf Menschen übertragbar
- insbesondere dann nicht, wenn
es um psychologische Gesundheitsaspekte geht,
die es bei Tieren wahrscheinlich überhaupt nicht gibt.
Psychologen wissen, dass sich Menschen
generell nur unvollständig an
zurückliegende Gewohnheiten
erinnern -
und schon überhaupt nicht an
solche, die als
Charakterschwäche interpretiert
werden könnten. Es ist somit
wahrscheinlich, dass viele mehr
trinken als ihnen bewusst ist.
Und man sollte sich bei der
Beurteilung der Substanz Alkohol immer vor
Augen führen, dass auch viele als
gesund geltende andere Lebensmittel
ihre Schattenseiten haben und
Gesundheitsschäden verursachen können.
Selbst
die vielgepriesenen Vitamine
und Spurenelemente können sich
im Übermass eingenommen negativ auf die
Gesundheit auswirken und im
Extremfall sogar lebensbedrohliche
Stoffwechselstörungen auslösen.
Um Missverständnissen
vorzubeugen möchte ich betonen,
dass ich nicht den geringsten
Zweifel daran habe,
dass sich Menschen zu Tode trinken
können - oder unter dem Einfluss
von Alkohol nicht Auto fahren
sollten. Unter keinen Umständen.
Und es besteht auch kein
vernünftiger Zweifel daran, dass übermäßiger
Alkoholkonsum zu schädlichem
Sozialverhalten führen kann - also
unter anderem zur körperlichen
und seelischen Misshandlung von Partnern, Kindern
und auch Haustieren.
In meiner
Hausarztpraxis gab es Patientinnen
und Patienten, die pro Tag zwei
bis drei
Flaschen Korn tranken und dazu einen
Kasten Bier leerten. Und dies - zu
meiner Verblüffung - ohne
im Beobachtungszeitraum
erkennbar krank zu werden -
weder organisch, noch psychisch.
Und auch die Leberwerte lagen im
Normbereich.
Dies insbesondere dann nicht, wenn
eine
regelmäßige Ernährung
gewährleistet war. Das Unglück
nahm erst dann seinen Lauf, wenn
die alkoholkranken Männer ihre Arbeit
verloren und die Frau durch
körperliche oder seelische Misshandlungen aus
dem Haus
getrieben hatten. Und auch
das Verhalten alkoholkranker
Frauen trägt nicht zur Harmonie
einer Ehe bei.
Es ist kaum
mit dem Leben zu vereinbaren,
wenn unter Suchtproblemen
leidende Menschen nicht mehr
regelmäßig essen, sondern nur
noch bis zum Koma Alkohol
trinken.
Skeptiker, die nicht alles blind
glauben, was sie glauben sollen, fragen sich daher, wie
kann man den schwammigen Begriff "Übermaß" an Alkohol" eigentlich
rational definieren
- und gibt es überhaupt das "richtige" Maß?
Ich bin aufgrund
meiner Lebenserfahrung davon
überzeugt, dass es vielen
Menschen schadet, wenn
ideologisch indoktrinierte
Gesundheits-Fanatiker
behaupten, dass es keine noch so
kleine Menge Alkohol gibt, die
gesundheitlich unbedenklich ist.
Das mag so sein. Das Leben selbst ist
nun mal lebensgefährlich und
führt unabwendbar zum Tod.
Aber es gibt wahrscheinlich Millionen von Menschen,
die ein Leben lang kaum gehemmt Alkohol trinken und
trotzdem bei relativer
Gesundheit steinalt werden.
Natürlich
spricht nichts dagegen, dass
Menschen, die Alkohol, in welcher
Form auch immer nicht mögen
oder nicht vertragen, auf dieses Genussmittel ganz verzichten.
Abstinenz hat wohl noch niemanden
umgebracht.
Zweifellos
ist Alkohol keine Art
unverzichtbares Vitamin.
Nur selten wird eine Person dazu
gezwungen, gegen ihren Willen Alkohol zu
trinken oder Zigaretten zu
rauchen.
Selbst dem gelegentlich
von Mitmenschen ausgeübtem sozialen Druck
hin zum Alkoholkonsum kann man mit einem einigermaßen
stabilen Selbstwertgefühl
und klarem Kopf auf Dauer widerstehen.
Aber die
seit vielen Jahrzehnten in allen Medien
übliche Verteufelung des
Alkolhols ist meiner Meinung
nach nicht gerechtfertigt und daher strikt
abzulehnen.
Das ethisch-moralisch
begründete, faktische
Alkoholverbot nimmt
Menschen -
die im Leben ohnehin wenig Freude
haben - eine der seltenen
Möglichkeiten -
zumindest einige Stunden lang ihr
Leben zu genießen - und trotzdem
nicht in eine
selbstzerstörerische Sucht abzugleiten.
Im Magazin der Süddeutschen
Zeitung hat die
Winzerstochter Verena
Haart Gaspar sehr
gut beschrieben, in welchem
Dilemma sie als Wein-Liebhaberin
und gleichzeitige mündige
Patientin steckt wenn sie sich
zwischen Weingenss und Abstinenz
entscheiden soll.
Hier mehr dazu.
Wenn man über dieses Thema
kontrovers denkt und schreibt, drängt sich
einem zur Selbstkritik fähigen
Menschen der Verdacht förmlich auf, dass
man bei den Argumenten eine
gewisse Rosinenpickerei betreibt,
die den eigenen Alkoholkonsum
weichzeichnet.
Also
sucht man nach nach Fakten, die
der eigenen, den Alkoholkonsum
verharmlosenden, Meinung widersprechen.
Doch bei
sorgfältiger Durchsicht der existierenden
wissenschaftlichen Daten drängt sich
die Frage förmlich auf, warum beim
Thema Alkohol wissenschaftliche
Studien
oft zu
diametral entgegengesetzten
Ergebnissen führen?
Man muss kein Wissenschaftler sein,
um mit ein wenig gesundem
Menschenverstand sofort zu ahnen,
dass die Ernährungswissenschaft vom
Prinzip her die Einordnung als objektive
"Naturwissenschaft" nicht
wirklich verdient -
sie basiert nämlich in erster Linie auf
irrationalen und naiven Vorurteilen
und Hoffnungen ,
bzw. auf politisch motiviertem
Wunschdenken und Vorgaben von
Behörden die schon das Design
geplanter Studien so
beeinflussen, dass sich die erwünschten
Ergebnisse einstellen.
Keine der zahllosen publizierten
Alkohol-Studien wertet
tatsächlich erhobene Daten aus,
die auf dem realen Langzeit-
Konsum der zu bewertenden
Nahrungsmittel basieren.
Immer stellen die Ergebnisse der
Befragungen der Mitglieder
der Studienkollektive die bewerteten
Basisdaten dar. Aber die Befragten
neigen - wie alle Menschen - dazu
von früh bis spät die Unwahrheit
zu sagen.
Und die Befragten antworten, mehr oder weniger
gutwillig und ehrlich, aufgrund ihres
normal- also schwach - entwickelten Erinnerungsvermögens,
bzw. eingefärbt durch die nur
teilweise bewussten eigenen
ethisch moralischen Vorurteile.
Psychologen wissen es längst:
viele im Verlauf von Studien Befragte wollen den Befragern
möglichst gefallen - also ihnen sympathisch
sein. Insofern kann man die Aussagen
der Studienteilnehmer glauben - oder auch nicht.
Leitlinien bei
der Bewertung der aufgezeichneten
Antworten der Befragten sind oft die bewussten oder eher
unbewussten Vorurteile der
individuellen Forscher.
Daher werden die erhobenen Studiendaten von
Forschern gelegentlich sehr
unterschiedlich interpretiert.
Oder es handelt sich sogar um
politisch motivierte
Auftragsforschung, deren Ergebnisse
den Auftraggebern gefallen sollen
und über Karrieren und
Lebensqualität ganzer Familien entscheiden.
Der mehr oder weniger offen
ausgeübte Anpassungsdruck wirkt
im Normalfall sehr
disziplinierend.
Und wer
sollte die immensen Kosten von
Langzeit Beobachtungstudien zur
Frage der Schädlichkeit des
Alkohol-Konsums in
Millionenhöhe übernehmen? Weder
Staat, noch Industrie sind dazu
bereit.
Tatsächlich bezweifle ich, dass
sich normal begabte
Menschen zuverlässig und
detailliert an Ess- bzw.
Trinkgewohnheiten erinnern
können, die länger als 2-3 Tage
zurückliegen.
Und ich
bezweifle auch, dass viele
Menschen bereit sind,
jahrelang und wahrheitsgemäß über ihre
Ess- und Trinkgewohnheiten ein
Tagebuch zu führen das nicht an
ein Märchen aus tausendundeiner
Nacht erinnert.
Die erhobenen
"wissenschaftlichen" Daten sind also
zwangsläufig fragwürdig. Und
oft wird selbst das
scheinbar Offensichtliche
wird unter politischen Druck falsch,
aber gefällig, interpretiert.
Auch
hier bestimmen oft realitätsferne Vorurteile und grobe
Schätzungen die Richtung
medizinischer Forschung - und die
Auswahl der zu publizierenden
Studiendaten.
Die
Mehrheit der Studienteilnehmer erinnert sich
natürlich nicht an die eigenen,
Jahre zurückliegenden Ess- und Trinkgewohheiten
sondern eher an die letzte
thematisch passende
Fernsehsendung, bzw. an
einen Artikel beispielsweise zum
Thema Alkohol in einer Apotheken-
, bzw.
Frauenzeitschrift.
Und es
kommt noch schlimmer. Wenn man
bedenkt, dass sich viele Autoren der
entsprechenden meinungsbildenden Medienbeiträge
eher an den Erwartungen ihres
Chefredakteurs orientieren und
weniger an unbequemen
wissenschaftlichen Fakten.
Diese
Medieninformationen erinnern
Skeptiker
eher an Grimms Märchen als an
seriöse, um Objektivität bemühte wissenschaftliche Analysen.
Ob sich
unsere Mitmenschen also vor Jahren
tatsächlich so ernährt haben wie sie
aus dem Gedächtnis heraus gegenüber
den Befragern zu Protokoll geben,
oder ob sie sich an die Vorgaben der
Autoren von Beobachtungsstudien
gehalten haben bleibt wohl auf ewige
Zeiten im Dunkel der Medizin-Geschichte
verborgen.
Wer die
Tatsache zähneknirschend akzeptiert, dass es
die meisten Menschen
gewohnt sind, je nach persönlicher
Interessenlage und Veranlagung,
opportunistisch die Unwahrheit zu
sagen, der kommt nicht
einmal ansatzweise auf die Idee,
dass die gemachten - und in die
Analysen der Ernährungsforscher
eingeflossenen - Angaben der
Befragten den Tatsachen entsprechen.
Logischerweise tun sie dies nicht.
Das liegt nicht an bösem,
wissenschaftsfeindlichem Willen, sondern nur an der
labilen menschlichen
Natur.
Sind es 1% der Befragten, die bei
Befragungen die
"Wahrheit" sagen - oder
sind es 90%? Niemand
kann dies wissen.
Und nur wenige kommen auf die Idee, die
Wahrheit wirklich herausfinden zu
wollen.
Viele Studienautoren sind
wohl mehr an der eigenen Karriere
als an abstrakten Wahrheiten
interessiert. Ausnahmen
bestätigen vielleicht diese Regel.
Und es ist
unter Psychologen ein offenes
Geheimnis, dass die meisten Menschen
bei Themen wie Sex, häusliche Gewalt,
Kindererziehung,
Einkommensverhältnisse oder auch Nikotin-, bzw.
Alkohol-Konsum ihrer Fantasie freien
Lauf lassen.
Es kommt erschwerend hinzu, dass das
Kurz- und Langzeit-Gedächtnis
der Menschen sehr unterschiedlich
ausgeprägt ist. Wer
sich nicht exakt daran erinnert, was
er in den vergangenen 24 Stunden
gegessen und getrunken hat,
der hat logischerweise auch nur sehr vage
Vermutungen, welche
Alkoholmengen
er in den vergangenen Jahrzehnten im
täglichen Durchschnitte getrunken hat.
Es ist wahrscheinlicher,
dass er sich an eigenen, bzw- fremden
Wunschvorstellungen orientiert und
sagt, was seiner Meinung nach
von ihm erwartet wird, bzw. was ihm
nützt.
Die
Ergebnisse der publizierten
"Alkohol-Studien" sind oft das
Papier nicht wert, auf dem sie
publiziert werden - sie sind
geradezu zwangsläufig unzutreffend.
Erinnert sei an die schockierende
Aussage des weltweit meistzitierten
Epdemiologen der US-Universität
Stanford, Professor John
Ioannidis. Er schrieb, dass die Ergebnisse
der meisten Medizin-Studien falsch
sind bzw. sinnlose Wiederholungen
früherer Studien, ohne Mehrwert, sind.
Verallgemeinernd
kann man daher zu dem Schluss
kommen, dass die so hochgelobte
"Ernährungswissenschaft"
in ihren Kernbereichen unwissenschaftliche
"Kaffeesatz-Leserei" ist -
ähnlich wie bei weit verbreiteten
Pseudo-Denkgebäuden
wie Homöopathie oder
Iris-Diagnostik.
Dass viele Ärzte und
Patienten an diese Fantasiegespinste
glauben , ändert nichts an der
fehlenden
wissenschaftlicher Substanz und der
kritischen Einschätzung von Skeptikern.
Alle publizierten Original-Studien basieren
bis heute auf freiwillig gegebenen
Selbstauskünften der
Studienteilnehmer, bzw. auf ethisch-moralisch
fragwürdigen Tierversuchen,
die prinzipiell nicht auf die
Menschen übertragbar sind.
Trinken schwangere
Frauen Alkohol, so kann das
ungeborene Kind zweifellos schwer und
dauerhaft geschädigt zur
Welt kommen. Das gilt
nach Meinung vieler Ärztinnen und
Ärzte auch für relativ kleine Mengen
Alkohol.
Gleichzeitig muss man aber auch wissen, dass es Frauen gibt, die
während einer Schwangerschaft
Alkohol trinken und Zigaretten
rauchen und dessen ungeachtet gesunde Kinder
zur Welt bringen.
Es kommt
also vermutlich nicht in erster Linie auf die
konsumierte Menge der in Verdacht
geratenen "Genussmittel" an, sondern
auch auf genetische Dispositionen -
wie anhand des täglich etwa 100
Zigaretten rauchenden
Ex-Bundeskanzlers Helmut Schmidt
eindrucksvoll zu sehen war, der
trotz seiner nicht zu übersehenden
Nikotin-Sucht steinalt wurde.
Bei
"ungeübten" Trinkern liegt die tödliche
Alkohol-Blutkonzentration angeblich bei 3.0 - 4.0
Promille - aber es wurden von der
Polizei bei
Verkehrskontrollen
auch schon
Menschen angehalten, die trotz
nachgewiesener 6 - 7 Promille
Alkohol-Konzentration bei den
veranlassten Tests noch halbwegs normal
reagierten.
Viele Menschen überschätzen
aufgrund der unkritischen
Übernahme der offiziellen, politisch
motivierten
Einschätzungen die "Giftwirkung" des Alkohols
und dämonisieren die seit
Jahrtausenden weltweit als Genussmittel konsumierte
Wirksubstanz.
Mediziner fordern
routinemäßig - also
ohne viel nachzudenken und
ohne Berücksichtigung
individueller Rahmenbedingungen
- den Totalverzicht auf
den "Teufel
Alkohol" - oft kombiniert mit
der Forderung das Zigaretten rauchen
ganz aufzugeben.
Beides wird von den Patienten oft
einfach ignoriert. Es handelt
sich meist nicht um potentielle
Selbstmörder, sondern nur um
Menschen, die nicht mehr
vertrauensvoll an die Integrität von Wissenschaft und
Wissenschaftler glauben.
Ob sich Ärztinnen
und Ärzte immer selbst an ihre
eher von Moralvorstellungen,
Anpassungsdruck oder
juristischen, bzw. gesundheitspolitischen Überlegungen
bestimmten Vorurteile halten,
darf- wie bereits angedeutet -stark bezweifelt werden.
Angeblich ist bei Medizin-Profis der
Anteil Drogenabhängiger jeder
Variante mindestens ebenso groß wie in anderen
Bevölkerungsgruppen.
Und bis heute steht die
Frage unbeantwortet im Raum was der
Begriff "mäßiger Alkohol-Konsum" konkret
bedeutet? Die meisten
Patientinnen und Patienten wissen
dies natürlich intuitiv
- die selbsternannten Experten tun sich hingegen bei
der Definition eher schwer.
Als
in Großbritannien im Jahr
1987 von der Regierung als Experten
geltende, führende Wissenschaftler
zusammen gerufen wurden, um Grenzwerte für einen
gesundheitlich unbedenklichen
Alkoholkonsum festzulegen,
befanden sich die Mediziner in einem
Dilemma.
Die benötigten wissenschaftlich
abgesicherten Daten
existierten
nicht - was von ihnen aber aufgrund
politischer Bedenken und
Karriereängsten nicht zeitnah kommuniziert wurde.
Es
gab vor einem halben Jahrhundert, so
wie heute auch, keine seriösen
wissenschaftlichen Daten, auf die
sich die angeblich Sachverständigen bei der
Festlegung von Grenzwerten hätten berufen
und einigen können.
Sie wussten aber - je niedriger sie
schätzen, um so
größer war die Wahrscheinlichkeit,
auch in Zukunft zur Gruppe der geschätzten Experten zu gehören
und so ihre Laufbahn und ihr
Einkommen abzusichern.
Daher waren die britischen
"Experten" darauf angewiesen,
ihrem individuellen "Bauchgefühl"
- und damit ihren politischen und
moralischen Vorurteilen - zu folgen.
Ein
wichtiges Mitglied der Kommission, der frühere
Chefredakteur des angesehenen
Fachblatts British Medical
Journal, Dr. med. Richard Smith,
räumte später gegenüber dem britischen Leitmedium
The Times ein,
dass die schließlich öffentlich verkündeten
Grenzwerte ausschließlich auf
"dünner Luft" basierten - also in
Ermangelung von soliden
wissenschaftlichen Daten -
sozusagen frei
ausgewürfelt
wurden.
Sie waren das Ergebnis eines
windigen
"Kuhhandels"
zwischen den Mitgliedern des
hochrangig besetzten,
unterschiedlichen politischen
Lagern zuzurechnenden,
Experten-Gremiums.
Die unter Druck gesetzten Ärzte,
Statistiker und Epidemiologen sahen sich in der Pflicht,
als Experten irgend
etwas "schlaues" sagen zu müssen.
Kein vernünftiger Mensch bezweifelte
und bezweifelt, dass "übermäßiger",
"chronischer" Alkoholkonsum nicht gut
sowohl für die Gesundheit betroffener Individuen,
als auch für die
Gesellschaft im Allgemeinen ist.
Das gilt für Großbritannien und
für Deutschland gleichermaßen.
Doch
es bleibt bei der Frage was
bedeutet "übermäßig" und
ab wann verdient eine Angewohnheit
die Einstufung als
"chronisch" ?
In
dieser Hinsicht herrscht ein
absoluter Mengel an
Orientierungspunkten. Moderne
Laborverfahren können zwar
zuverlässig nachweisen ob Alkohol
getrunken wurde. Es ist
aber kaum möglich, die Menge
des getrunkenen Alkohols in Bezug
zum erfassten Laborwerts zu
setzen.
Das Resultat des Kuhhandels der
angeblichen "Experten": Die
Richtwerte auf die man sich damals einigte sprechen bei Männern von
21 Alkoholeinheiten pro Woche
- bei Frauen sind es, basierend auf
deren Körpergewicht, hingegen nur 14.
Doch man hätte natürlich in
Ermangelung zuverlässiger Daten beliebige andere
Zahlen auswählen können.
Professor Ian Gilmore, Präsident des Royal College of
Physicians , räumte auf bohrende
Reporterfragen hin ein, dass
diese Empfehlung der Experten nicht auf
nachprüfbaren wissenschaftlichen Daten basiert.
Sie stellt lediglich einen auf Bauchgefühlen, individuellen Vorurteilen
und politischem Druck basierenden unverbindlichen
Ratschlag für eine
von ihnen selbst - und der
Regierung als Geldgeber - gewünschte Lifestyleänderung
breiter Bevölkerungsschichten dar.
Der heute oft geforderte
Totalverzicht auf Alkohol ist
also zumindest bei jenen Menschen
aus medizinischen Gründen nicht
zwingend erforderlich, die
ansonsten gesund sind. Und
kein "Suchtproblem" haben .
Ein mäßiger
Alkoholkonsum kann - wie zahllose
Studien immer wieder gezeigt haben - offensichtlich durchaus die
Gesundheit, und insbesondere das Wohlbefinden,
ansonsten psychisch und physisch gesunder
Menschen, fördern und auf diese
Weise vermutlich sogar
die Lebenszeit verlängern.
Und viele Menschen kennen Individuen, die zum Teil
über Jahrzehnte am Morgen und am
Abend ein Glas Schnaps oder Wein trinken und
davon nicht krank,
sondern steinalt geworden sind.
Einige dieser
"Genuß-Trinker" werden 90
oder gar 100 Jahre alt und
sterben schließlich an einer
Krankheit, die nichts mit dem
Zustand der Leberzellen,
bzw. dem
tatsächlichen Alkoholkonsums zu tun hat.
Das beste Beispiel ist die
älteste Frau, deren Existenz gut
belegt ist. Von Madame Jeanne
Calment ist bekannt, dass sie bis
zum Alter von 117 Jahren
Zigaretten rauchte und Rotwein
trank. Sie wurde dessen
ungeachtet 120 Jahre alt -
vielleicht aufgrund der Tatsache,
dass ihr Nikotin und Alkohol
überwiegend Freude bereitet
haben.
Wenn es um die Bewertung der
Folgen des
Alkohol-Trinkens geht, dann
produzieren Wissenschaftler auch
heute noch am
laufenden Band Studien und
Metastudien, deren
Ergebnisse einander
gelegentlich diametral widersprechen.
Und nie basieren die Ergebnisse auf
gemessenen, und tatsächlich konsumierten
Alkohol-Mengen, sondern lediglich
auf den Aussagen der
mehr oder weniger kooperativen Studienteilnehmer
bzw. auf
Laborwerten, die wenig über die
Menge des konsumierten Alkohols
aussagen.
Während die Mehrzahl der
selbsternannten Alkohol-Experten behaupten, dass
schon kleine Mengen Alkohol im
Gehirn irreparable Schäden
verursachen
- und die Leistungsfähigkeit des
Organs
auf Dauer negativ beeinflussen - haben andere ebenso
"seriöse" Studien
unter anderem gezeigt, dass
mäßiger Alkoholkonsum bei älteren Menschen über einen längeren
Beobachtungszeitraum die geistige
Leistungsfähigkeit eher verbessert.
Das eigentliche Problem scheint
also nicht pauschal die chemische
Substanz Alkohol zu sein, sondern vielmehr der allgemeine Gesundheitszustand
des Individuums, seine
Familien- und Lebensumstände - sowie seine
nicht veränderbare Erbveranlagung,
bzw. die vorgegebene Charakter- und
Persönlichkeits-Struktur.
Zweifellos gibt es zahlreiche Menschen, die
aufgrund einer
genetischen Veranlagung, in
Kombination mit ungünstigen
Lebensumständen, ein
selbstzerstörerisches Suchtverhalten entwickeln
- und sich letztendlich zu Tode
trinken. Aber es heißt auch
"Selbstmord mit Messer und Gabel".
Und Alkohol nimmt man bekanntlich
weder mit Messern, noch mit Gabeln
zu sich.
Oft sind es die sozialen
Rahmenbedingungen, die dafür sorgen,
dass sich große
Teile einer Bevölkerung sozusagen um
den Verstand trinken und so für eine
vergleichsweise geringe
durchschnittliche Lebenserwartung
der jeweiligen Bevölkerung
sorgen (siehe Russland
vor und nach den Wendejahren).
Offenbar gibt es
Menschen, die ein Leben lang
erstaunlich viel Alkohol trinken, ohne davon krank
zu werden, bzw. ohne dass
sie sich selbst, oder andere
Menschen erkennbar schädigen.
Die Persönlichkeitsstruktur, der allgemeine
Gesundheitszustand und die sozialen
Rahmenbedingungen bestimmen in erster Linie das
individuelle Gefahrenpotential des
Trink-Alkohols.
Daher
konstatiert das Pop-Idol Campino
( Sänger, Frontmann und
Songwriter der deutschen
Pop-Gruppe "Die Toten Hosen") in
einem populären Song "Kein Alkohol
ist auch keine Lösung".
Was zusätzlich irritiert: es wird
sehr kontrovers diskutiert, wer
Alkoholiker ist - und wer nicht.
Überzeugend ist die Definition,
dass derjenige ein Alkoholiker
ist, der mit seinem
ausufernden Alkoholkonsum sich
selbst, bzw. andere erkennbar
schädigt.
Dass jemand mehr oder weniger rational begründbare Vorurteile gegen Alkohol hat, hilft aber nicht bei der Bewertung des Alkoholkonsums anderer Menschen.
Gelegentlich können Leberschäden
tatsächlich auf
chronisch vermehrten Alkoholkonsum
zurückgeführt werden - doch andere
Menschen trinken deutlich mehr
Alkohol und haben trotzdem
unauffällige Blut-Leberwerte.
Oder
das Gegenteil wird beobachtet: Die
auf einen hohen Alkoholkonsum
hinweisenden Laborparameter sind
unnormal hoch - aber ohne dass der
untersuchte Mensch Alkohol trinkt, bzw.
sich krank fühlt.
Was folgert
aus all diesen widersprüchlichen
Meinungn und Fakten?
Gesunde
Erwachsene können ein Leben lang
Alkohol in sozialverträglichen und
von der jeweiligen Gesellschaft
akzeptierten Mengen
trinken - solange sie weder
sich selbst, noch andere Menschen
erkennbar schädigen.
Wahrscheinlich ist
ihr allgemeines Sterberisiko
nicht höher als jenes von
Menschen, die Risiko-Sportarten
oder -Hobbies betreiben oder ihren
Lebensunterhalt in Berufen
verdienen, die mit einem hohen
Unfallrisiko einhergehen.
Auf
das berühmte und beliebte
"Gläschen Rotwein" am Abend
muss kein halbwegs gesunder
Mensch aufgrund ärztlicher
Empfehlungen zwingend verzichten,
solange er keine angeborene oder
erworbene Disposition hat, Süchte
beliebiger Art zu entwickeln.
Es gibt keine
überzeugenden wissenschaftlichen
Beweise dafür, dass Alkoholkonsum
bestimmte Krebserkrankungen
tatsächlich
verursacht. Das ist nämlich etwas
ganz anderes als eine statistisch
errechnete Risiko-Erhöhung.











